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Unsere Neujahrsaktion 2019

Selbstscreen-Prodrom (SPro)

INHALT DES FRAGEBOGENS
ZIELGRUPPE Erwachsene
ANWENDUNG Der SPro ist ein Selbstbeurteilungsinstrument, welches zur Differenzierung zwischen Gesunden, Psychose-(Risiko)-Patienten und Patienten mit anderen ICD-10-Diagnosen in einer ersten Screeningphase eingesetzt werden soll. Die einfache und vielfältige Anwendung in unterschiedlichen Kontexten macht dieses Selbstbeurteilungsverfahren sehr nützlich als erste Stufe im Screeningprozess und ist geeignet z.B. für Hausarztpraxen, Beratungsstellen oder auch Online-Anwendungen. Gescreente Personen könnten dann an psychiatrische Praxen oder Polikliniken für eine Fremdbeurteilung überwiesen werden oder sich selbst zuweisen. Ziel ist, möglichst viele Personen mit einem Psychose-Risiko in einem frühen Stadium der beginnenden Erkrankung (Prodromal-Phase) zu erkennen.
AUFBAU Der SPro umfasst 32 Items. Die Person gibt mit der dichotomen Antwortmöglichkeit "trifft zu/trifft nicht zu" an, ob die Beschwerden bei ihr in den letzten fünf Jahren neu aufgetreten sind. Die Items 1-24 erfassen dabei die psychopathologischen Veränderungen mit unspezifischen, negativen und positiven Symptomen einer Psychose. Die Items 25-29 bilden das Funktionsniveau in Bezug auf Arbeit, Ausbildung und Beziehung ab. Items 30-31 plus eine Zusatzfrage (Item 32) erschließen die möglichen Risikofaktoren einer Psychose, wie genetische Belastung oder Drogenkonsum. Die Items 10, 13, 15, 17, 19 und 32 werden zur Subskala "Psychose-Risiko" zusammengefasst. Wenn der Patient mindestens zwei der sechs Fragen dieser Subskala positiv beantwortet, so sollte er in eine Spezialsprechstunde zur Früherkennung von Psychosen überwiesen werden. Ein Gesamtwert von > = 6 gibt allgemeine Hinweise auf eine psychische Erkrankung.
PSYCHOMETRISCHE EIGENSCHAFTEN
RELIABILITÄT Die Reliabilität des Gesamtwerts ist als hinreichend bis gut zu bewerten. Über die Gruppen ergab sich ein Cronbach Alpha von a = .90. Bei den Psychose-(Risiko)-Patienten sowie bei Patienten mit anderen psychiatrischen Diagnosen ergab sich ein Cronbach Alpha von a = .89 und bei den Gesunden von a = .75.
VALIDITÄT Sowohl Psychose-(Risiko)-Patienten als auch Patienten mit anderen ICD-10-Diagnosen liessen sich von Gesunden anhand der Gesamtskala relativ gut differenzieren. Für den Vergleich zwischen Psychose-(Risiko)-Patienten und Gesunden ergaben sich bei einem Cut-off-Wert von > = 6 eine Sensitivität von 85% und eine Spezifität von 91%. Beim Vergleich zwischen Patienten mit anderen Diagnosen und Gesunden betrug die Sensitivität 87%, die Spezifität 81%. Auf der Ebene einzelner Items zeigte sich, dass Psychose-(Risiko)-Patienten im Vergleich zu Gesunden bei allen ausgeführten Symptomen signifikant häufiger angaben, dass diese in den letzten Jahren neu aufgetreten seien.
LIZENZKOSTEN 0,00 € Pro Abnahme
COPYRIGHT © Kammermann, J., Stieglitz, R.-D. & Riecher-Rössler, A.
LITERATUR Kammermann, J., Stieglitz, R.-D. & Riecher-Rössler, A. (2009). "Selbstscreen-Prodrom" - Ein Selbstbeurteilungsinstrument zur Früherkennung von psychischen Erkrankungen und Psychosen. [Self-Screen Prodrome"- Self-Rating for the Early Detection of Mental Disorders and Psychoses]. Fortschritte der Neurologie Psychiatrie, 77 (5), 278-284. doi: 10.1055/s-0028-1109227